|
laufen-in-duisburg.de |
![]() |
|
|
|
von Andy Andreas Wer kennt nicht die typische Handbewegung vieler Läufer
am Start. Eine Hand ist am anderen Handgelenk in Bereitschaft, die Stoppuhr
zu drücken. Allein rund 50 Prozent, das ergab die jüngste Leserumfrage
von LAUFZEIT, sind immer mit Laufuhr unterwegs rund 25 Prozent nutzen
eine solche in Kombination mit einem Herzfrequenzsystem. Vor allem routinierte
Läuferinnen und Läufer schwören auf ein Training nach Pulswerten.
Die Trainingsliteratur bietet zudem vielfach auf Herzfrequenzwerte orientierte
Trainingspläne und -hinweise. Grund genug, um sich irgendwann im
Läuferleben mit diesem Thema eingehender zu befassen. Nachstehend
gibt LAUFZEIT eine Übersicht über die wichtigsten Anbieter und
eine erste Einführung ins pulskontrollierte Training. Einführung in die Grundlagen herzfrequenzorientierten
Trainings Amulett oder Trainingswerkzeug? Zwar können die Geräte vor Übertraining schützen, aber nicht unmittelbar vor den Folgen eines unentdeckten Herzfehlers. Hiervor wird man nur durch die rechtzeitige Entdeckung durch den Facharzt geschützt. Zudem können Pulsmesser helfen, die vom Arzt empfohlenen Herzfrequenzwerte einzuhalten. In diesem Fall darf man sich aber nicht (Leistungs-)Sportler, sondern - im besten Falle - als Rekonvaleszent (Genesender) betrachten. Bleibt also die Frage, wie kann eine Pulsuhr helfen, effektiv zu trainieren, also die Trainingszeit sinnvoll zu nutzen, dabei die erhofften Fortschritte im Lauftraining zu machen und andererseits nicht ins Übertraining abzurutschen. Dies ist nur möglich, wenn man nach bestimmten Vorgaben eines Trainingsplanes läuft, wobei die Belastungsvorgaben (Pulswerte) dann mit Hilfe eines Frequenzmessers kontrolliert werden. Ein Belastungstest, bei dem man seine individuelle maximale Herzfrequenz bestimmt, ist der Schlüssel zum Erfolg und muss zwingend am Anfang eines Herzfrequenzorientierten Trainings stehen (allerdings erst nach dem internistischen OK vom Arzt!). Alle "Berechnungen" der maximalen Herzfrequenz anhand irgendwelcher Alters- oder anderer "Formeln" stützen sich letztlich nur auf statistische Mittelwerte und bleiben daher unexakt. Individuelle angeborene organische Voraussetzungen und erworbenes, antrainiertes physisches Leistungsvermögen bleiben dabei weitgehend unberücksichtigt. Mit dem Ergebnis, dass der beste Trainingsplan dann nicht aufgeht. Zwar kann man inzwi-schen in fast allen einschlägigen Büchern und Zeitschriften nachlesen, dass die häufigste Formel: 220 minus Lebensalter nicht stimme, allerdings wird diese Aussage meist sofort durch die Behauptung relativiert, "für den Anfang" könne man damit schon arbeiten. Diese Behauptung ist falsch und sie verführt obendrein dazu, von Beginn an oberflächlich an ein herzfrequenzorientiertes Training heranzugehen. Damit würde diese bewährte und wirksame Trainingsmethode ihr Ziel, und ist der Trainingsplan noch so ausgefeilt, verfehlen. Jeder Herzschlag zählt Zum Beispiel ein Anfänger mit einer maximalen Herzfrequenz von 180 schafft die 1.000 m in 6:00 min, sein langsamer Dauerlauf liegt bei 8:30 min pro km. Derselbe Läufer mag bei entsprechendem Training 1.000 m in 3:00 min laufen und bei 7:30 pro km liegt sein regeneratives Dauerlauftempo - und dies bei gleicher maximaler Herzfrequenz! Erst diese unglaubliche Stabilität und Dauerhaftigkeit machen die Herzfrequenz zu einer einzigartigen Messlatte zur Trainingskontrolle. Allerdings können die Geräte diese Orientierung im Training und Wettkampf nur leisten, wenn die Läuferin, der Läufer die Grundsätze der Trainingslehre kennt und anwendet. Sehen Sie es so: Ihr Herzfrequenzmessgerät ist ein vorzüglicher Assistenztrainer - Cheftrainer werden Sie bleiben müssen! Und ohne Kenntnisse der Trainingslehre, und dazu gibt es umfangreiche Trainingsliteratur, bleibt es wirklich kaum mehr als ein Amulett! Bestimmung der individuellen maximalen Herzfrequenz (HFmax) Man nehme eine Aschen-/Tartanbahn oder eine leicht ansteigende, (ca.) 1.000 m lange Strecke im Gelände und, wenn möglich, einen etwas schnelleren Mitläufer. Vorher mache man sich klar, dass die zu laufenden 1.000 m wirklich ein Test sein sollen, somit anstrengend sein und (etwas) weh tun müssen, wenn das Ergebnis zuverlässig und aussagekräftig sein soll. Vorher eine halbe Stunde Warmlaufen muss sein. Darin sollten drei bis vier Belastungen von ein bis zwei Minuten Dauer enthalten sein. Der Lauf selbst ist so einzuteilen, dass die letzten 150 m wirklich im "roten Bereich" mit maximaler Anstrengung absolviert werden. Beim Zieldurchlauf kann (und muss) mittels Tastendruck oder Blick auf die Pulsuhr sofort die Durchgangs-Herzfrequenz ermittelt werden. Noch ca. 15 s sollte die Pulswertanzeige beobachtet werden, weil der Puls bei einigen Läufern noch etwas "nachklappt". Voila: Hier haben Sie Ihre HFmax , auf die sich viele Trainingspläne beziehen. Wie sie das Ergebnis selbst beurteilen und für Training und Wettkampf verwenden können, ist Gegenstand weiterführender Beiträge in nachfolgenden Ausgaben von LAUFZEIT. Abkürzungen und Erläuterungen HF: Herzfrequenz oder auch Puls. Engl. HR = heart rate, Maßeinheit ist Schläge pro Minute, Engl.: bpm = beats per minute. BW: Batteriewechsel. Bei einigen Modellen muss die Batterie in Uhr und/oder Sendergurt im Fachhandel oder beim Vertrieb gewechselt werden, um die Dichtigkeit des Gehäuses zu gewährleisten. Übertragung: Eine codierte (digitale) Übertragung der Herzfrequenzsignale vom Brustgurt zum Uhrempfänger verhindert, dass eine Uhr die Trainingswerte eines anderen Trainigspartners anzeigt. Bei analoger (nicht codierter) Übertragung kann das passieren. Trainingszone: Ein meist per Hand einstellbarer Bereich der Trainings-Herzfrequenz, bei der bestimmte Trainingsziele erreicht werden können. Rundenspeicher: Zeichnet die Zeit für einen Teil der Trainingseinheit mit den in der Trainingseinheit aufgetretenen Pulswerten auf (unterer, oberer Pulswert, Durchschnittspuls). Quelle:
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||