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„Warum ist es am Rhein so schön“

Mittelrhein-Marathon 18.06.2006
Ein Laufbericht von Horst Weber

Warum ist es am Rhein so schön...oder
Warum? Ist am Rhein so schön?

Warum soll man den Mittelrhein Marathon (MM) laufen? Ist der Lauf am Rhein tatsächlich so schön?


Nachfolgend einige Pressestimmen in Auszügen zum MM.
(Quelle Homepage ZR Mittelrhein Marathon)
Sieger Halbmarathon (1:10:37)
Dieter Baumann, Tübingen, Olympiasieger 1992
"Als Favorit habe ich mich nicht gesehen. Ich bin hier gelaufen, um die Landschaft zu genießen und ich habe jeden Schritt. Diese Veranstaltung hätte es schon viel früher geben müssen. "

Siegerin Halbmarathon (1:24:15)
Julia Wydra, TV St. Wendel
"Ich bin aus dem Training heraus gelaufen. Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Nicht die Wärme, die Anstiege waren schwierig. Landschaftlich war es aber sehr schön. Ich wollte ursprünglich im Marathon starten, aber mein Vater hat gesagt, ich soll Halbmarathon laufen, weil ich nächste Woche in Pronsfeld über zehn Kilometer antreten will."

Sieger Marathon (2:35:00)
Uwe Honsdorf, TuS Rot-Weiß Koblenz
Ich habe dieses Jahr elf 30-Kilometer-Läufe, einen mehr als letztes Jahr, gemacht. In einer Woche hatte ich 203 Kilometer.

Zweiter Mann Marathon (2:39:20)
Frederick Lauff, LG Kreis Ahrweiler
"Am Ende wurde es doch hart. Dieses Jahr hatte ich weniger Kilometer trainiert als letztes Jahr. Ich hatte weniger Zeit. Ich habe jeden Sonntag einen langen Lauf gemacht. Das war das, was die Kilometer gebracht hat. Im Durchschnitt waren es in der Woche 110."
Dieter Baumann läuft nur HM, der Sieger läuft 203 km pro Woche,
der Zweite „nur“ 110 km / Woche.

Was sagt nun ein „Breitensportler des LC Duisburg zu diesem Lauf, den Aussagen der Protagonisten?


203 km, 110 km oder Halbmarathon.

Auch als LC`er habe ich eine Familie und einen Beruf (und keine Lust auf 20 Stunden / Woche laufen), erreiche 240 km im Monat, sehe aber mit Genugtuung, dass Dieter B. hier keinen ganzen Marathon läuft. (Danke )

Ich habe mein Training für einen Frühjahrsmarathon in erster Linie auf den Düsseldorf Marathon ausgerichtet. Trainingsaufwand, Trainingsablauf erschienen gelungen. Nicht „gelungen“ war der Termin. Wie den Lesern bekannt ist, herrschten in Düsseldorf nach kühlen Wochen erstmalig „tropische“ Temperaturen von über 25 Grad.

Was nun?

Ein neuer Versuch musste her, der Trainingsaufwand musste durch ein Ergebnis bestätigt werden!

Ich habe mich daher ebenso wie Heike R. und Petra H. für den MM entschieden, in der Annahme, die Strecke führe unmittelbar am Rhein vorbei, die Weinköniginnen aus Boppard und Goar jubeln uns (LC ern) zu.

Der Start würde am Sonntag, 18.06. um 8.30 Uhr erfolgen, so dass ich bereits am Samstag, 17.06. nach Koblenz, dem Zielort, angereist bin. Mit den Startunterlagen gab es Bundesbahnfahrkarte für die Fahrt zum Startort Oberwesel. Abfahrt Koblenz 7.11 Uhr. Super! So kann Mann / Frau sich bequem aus der Bundesbahn die Strecke ansehen.

Die Bundesstraße B 9 war für den Lauf gesperrt, Läufer wurden bestenfalls durch Radfahrer begleitet.

Ansage des Bürgermeisters am Start in Oberwesel: (erwartet wurden 30 Grad

„Ich wünsche den Läufern alles Gute, die äußeren Bedingungen sind hervorragend..“
Mir scheint, dieser Mann ist noch nie gelaufen. Bereits vor dem Start wurden Getränke bereitgestellt.! (Dank an den Veranstalter!).

Zitat:
Wie sprach der Vater der HM Siegerin Julia Wydra:
„Kind sei vernünftig, lauf nur den Halbmarathon.“

Hätte ich auf ihn gehört !


Los ging`s.

Nach 1000 m die erste Irritation. Durchgangszeit 7:53 Min`(Puls 137)., Kilometer 3 3:31 Minuten. Hier hat möglicherweise der Weinkönig die Strecke vermessen. Ähnliches war bei Km 15 / 16 festzustellen. Auch die 21 Km Marke lag nach der Startlinie für den HM in Boppard. !

Nebensächlichkeiten.

Alle 2,5 Kilometer waren Wasser- und Verpflegungsstände aufgebaut. Die Strecke führte unter anderem durch Boppard, Goar und Rhens.

Der Rheinbogen bei Boppard; rechts der Rhein, eine kleine Mauer, kein Schatten, kein Strauch, nur Hitze. Dann durch Boppard, Fans in höherem Alter (und Gewicht) freuten sich, (vermutlich auf das nächste Bier). Wo war die Weinkönigin?

Zitat:
Dritte Frau Marathon (3:17:16, bei Halbmarathon in Führung)
Ulrike Oetz, TuS Rot-Weiß Koblenz
"Ich bin drei Mal ausgestiegen. Ich bin gegangen und hatte die Uhr schon ausgedrückt. Hinter Boppart habe ich die Krise gekriegt."

Die Worte hätte fast von mir sein können. Gelaufen JA, Uhr ausgedrückt NEIN.
LC läuft durch!! Dieses Zitat macht aber auch deutlich, dass alle Teilnehmer, Spitzenläufer oder Lustläufer, sich überwinden mussten. Die Hitze machte also allen zu schaffen.

Anwohner haben häufig Wassereimer oder Gartenbrausen an den Straßenrand gestellt. Erinnerung an den Hitzemarathon in Duisburg 2003. Hier haben offenbar auch „Läufer für Läufer“ den Marathon geplant.

Weiter nach Rhens. Hier führte die Strecke durch den Ort . Der Rhein? Er ist nicht mehr zu sehen. (Ist er ausgetrocknet?) Ab Rhens hat man das Gefühl die Strecke führt nun aufwärts, nicht heftig aber stetig.

Zitat:
Julia Wydra, TV St. Wendel
" Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Nicht die Wärme, die Anstiege waren schwierig“

Bei Km 36 erreichen die Läufer Koblenz-Oberwerth. Über Straßen geht es nun in Richtung Altstadt und Deutsches Eck, das Ziel.

Zitat:
Frederick Lauff, LG Kreis Ahrweiler
"Am Ende wurde es doch hart."

DA, ein Zielbanner, geschafft ??? Nein dies war das Ziel der Inliner, also noch mal aufraffen und 400 m bis zu meinem Läufer-Ziel.
Umkleiden und Duschen im nahen Hallenbad, wie in Bonn.

Warum ist es am Rhein....

Es ist schön am Rhein. Das Weltkulturerbe Mittelrhein, die Loreley, Weinorte, das Ziel am Deutschen Eck, am Abend vor (oder nach) dem Lauf ein Bummel durch die Altstadt von Koblenz, kleine Plätze, Kneipen, Musik, Atmosphäre.

Zitat:
Dieter Baumann, Tübingen, Olympiasieger 1992
„Die Strecke hat Potential."


Vielleicht kann dies ein Ziel für eine Vereinsfahrt (17.06.2006) werden. Wer nicht läuft, begleitet mit dem Rad, fährt mit Schiffen über den Rhein, vorbei an Loreley und an Burgen.
(Startgeld 2007von 35 € heute bis 62.€ für Nachmelder, 2006 nur 52 €)

Wo war die Weinkönigin?

18.06.2006
Horst Weber

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